Dieser Blog gehört zum bgsd e.V. dem Dachverband, der Landesverbände von Dolmetscher:innen in Laut-und Gebärdensprachen vereint. Hier sammeln und diskutieren wir alle Abschlussarbeiten der deutschen Hochschulen, die unsere Profession betreffen. Die Sammlung ist nicht vollständig und ein stets laufendes Projekt. Pro Arbeit ist ein Post vorgesehen, wenn möglich verfasst von der Autor:in selbst. Mit unseren Kategorien und Stichwörtern gelingt die Suche nach bestimmten Themen.
Unsere Bildsprache: Der Turm von Babel
Sprachen werden gesprochen, gebärdet, gesungen, geschrieben – und in unzähligen weiteren Formen ausgedrückt. Doch weshalb existiert überhaupt eine solche Vielfalt? Warum teilen nicht alle Menschen dieselbe Sprache? Diese Frage ist uralt. Viele Kulturen und Religionen haben Erklärungsversuche entwickelt, die bemerkenswerte Parallelen aufweisen.
Eine weit verbreitete Erzählung lautet: Einst sprachen alle Menschen dieselbe Sprache. Aufgrund ihrer vollkommenen Verständigung waren sie in der Lage, Großartiges zu schaffen – Werke, die sonst nur Gott vorbehalten schienen. Aus Übermut beschlossen sie, einen Turm zu errichten, der bis in den Himmel reichen sollte. Dieses Vorhaben missfiel Gott. Als Strafe verwirrte er die Sprache der Menschen, sodass sie einander nicht mehr verstanden. Die Zusammenarbeit brach zusammen, der Turm blieb unvollendet. Neben dieser christlichen Version existieren vergleichbare Erzählungen in anderen religiösen Traditionen.
Seither gibt es unterschiedliche Sprachen – und seitdem braucht die Welt Dolmetscher:innen.

Warum gerade diese Szene? Das Gemälde ist unabhängig von einer Sprache verständlich und zeigt Malerei als universelle visuelle Sprache. Wenn wir genau hinschauen, so sehen wir an einer prominenten Stelle im Bild eine gebärdende Person zwischen dem Herrscher und einem Untertan, ein Detail, das Fragen aufwirft, die bis heute relevant sind: die Idee einer Universalsprache, Wurzeln des Audismus, und Machtfragen visueller Kommunikation. Das Gemälde lädt dazu ein, über Sprache in all ihren Formen nachzudenken – ernsthaft, kritisch und auch mit Humor. Seine Fülle an Details eröffnet bei jeder neuen Betrachtung weitere Perspektiven. Aus diesem Grund dient es uns als Ausgangspunkt unserer öffentlichen Sammlung und Diskussion rund um Sprachen sowie deren Dolmetschung und Übersetzung in der DenkBar.
Wir möchten alle Autor:innen von Abschlussarbeiten – ob Bachelor-, Master- oder Diplomarbeiten – an deutschsprachigen Hochschulen einladen, einen Beitrag über ihre Arbeit einzureichen. Der Beitrag sollte mindestens Folgendes enthalten:
- Thema der Arbeit, Jahr, Hochschule
- Kurze Zusammenfassung in schriftlicher und gebärdeter Form
- Hinweis darauf, wo die Arbeit zugänglich ist (die Arbeit kann hier hinterlegt werden, muss aber nicht)
Wir freuen uns, diese Denkbar mit euch zusammen z u gestalten. Wenn ihr eure Arbeiten posten möchtet, dann meldet euch bitte hier: denkbar@bgsd.de
Die Diskussionen werden moderiert. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Berufs- und Ehrenordnung und folgende Nettikette verstoßen.
Nettikette
- Bitte denke daran, dass auf der anderen Seite ein Mensch deine Texte liest.
- Als Ansprache ist das “Du” üblich.
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- Sei bitte höflich und respektvoll in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Bedenke dabei, dass geschriebene Worte keine Gestik und Mimik transportieren. Du kannst auch Videos posten.
- Schreibe bitte so, dass Missverständnisse vermieden werden.
- Nutze nicht zu viele Abkürzungen. Du weißt nicht, ob dein Gesprächspartner alle versteht (die gängigsten Abkürzungen findest du hier).
- Wenn dir jemand “blöd kommt”: nicht alles bis zum letzten digital ausdiskutieren, sondern entweder “Gras darüber wachsen lassen” oder in einem persönlichen Gespräch klären.
- Wenn du etwas zitierst, mache das kenntlich und verweise auf den Urheber.
